Ein Schuhputzerjunge findet sich plötzlich inmitten eines Theaterstückes wieder und weiß nicht, was er machen soll. Geblendet vom Licht der Scheinwerfer und umgeben von fremden Stimmen, steht er unsicher auf der Bühne, während das Publikum ungeduldig wird.
Ein Zuschauer drängt ihn, ein spannendes Stück zu spielen, fordert Drama, Handlung, klare Rollen. Doch der Junge sträubt sich dagegen. Er versteht diese Regeln nicht, will sie nicht verstehen. Stattdessen beginnt er, aus dem Nichts heraus seine eigene Welt zu erschaffen – eine Welt voll mit Fantasie, Spiel und überraschenden Wendungen.
Langsam verwandelt sich die Bühne: Aus einfachen Bewegungen entstehen unsichtbare Figuren, aus leisen Worten ganze Landschaften. Der Junge spielt nicht für das Publikum, sondern für sich selbst. Er wird zum König eines erfundenen Reiches, zum Abenteurer, zum Träumer, der keine Grenzen kennt. Einige Zuschauer beginnen zu lachen, andere werden still, irritiert von dieser ungewohnten Freiheit.
Doch je weiter sich der Junge von ihren Erwartungen entfernt, desto unruhiger werden die Erwachsenen. Sie erkennen sich selbst nicht wieder in diesem Spiel, das keinen festen Regeln folgt. Schließlich greifen sie ein – zuerst mit Worten, dann mit Nachdruck. Sie verlangen Ordnung, Struktur, Sinn. Mit harter Hand holen sie den Jungen in seinen grauen Alltag zurück.
| AUTOR: | Gemeinschaftlich, frei nach der Erzählung von Stefan Gurtner |
| PREMIERE: | August 1994, Auditorium Don Bosco, El Alto |
| AUFFÜHRUNGEN: | Fast 80, in verschiedenen Städten Boliviens und Chile. |
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