Die Erzählung „Der kleine Prinz“ von Antoine de Saint-Exupéry ist ein Klassiker der Weltliteratur. In unserer Bühnenbearbeitung ist der kleine Prinz jedoch nicht zart und blond, sondern dunkelhäutig, direkt und oft rüde. Er lebt in den Elendsvierteln der bolivianischen Stadt El Alto, die für ihn wie ein eigener Planet erscheinen – rau, hoch gelegen und geprägt von Armut, aber auch von Gemeinschaft und eigenen Regeln.
Wie im Original verspürt er den Wunsch, die Welt zu entdecken und neue Freundschaften zu schließen. Getrieben von Not und Neugier verlässt er seine vertraute Umgebung auf der Hochebene und begibt sich auf eine Reise in andere Lebenswelten. Dabei begegnet er verschiedenen Menschen, deren Verhalten ihn verwirrt, enttäuscht oder nachdenklich macht. Er erkennt schnell, dass die Welt außerhalb seines „Planeten“ von anderen Werten bestimmt wird, die ihm fremd bleiben.
Zunehmend wächst in ihm die Einsicht, dass das, was er zurückgelassen hat, für ihn von besonderer Bedeutung ist. Seine „Blume“ steht dabei nicht nur für eine einzelne Person, sondern auch für seine Wurzeln, seine Kultur und die Beziehungen, die ihm Halt geben. Trotz aller Konflikte beginnt er zu verstehen, dass Zugehörigkeit und Verantwortung nicht selbstverständlich sind.
| AUTOR: | Gemeinschaftlich, frei nach der Erzählung von Antoine de Saint-Exupéry |
| REGIE: | Stefan Gurtner |
| TON UND LICHT: | Oscar Quispe |
| ASSISTENZ: | René Fabián |
| PREMIERE: | August 1995, Auditorium Don Bosco, El Alto |
| AUFFÜHRUNGEN: | Fast 80, in verschiedenen Städten Boliviens und Chile |
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