Der Geist eines alten Blinden kann keinen Frieden finden, da er zu seinen Lebzeiten im 16. Jahrhundert in Spanien seinen Blindenführer, ein Waisenkind, schlecht behandelt und ausgenutzt hatte. Nach seinem Tod ist er dazu verdammt, rastlos umherzuwandern, geplagt von Schuld und Erinnerungen.


Um sich von seinem Fluch zu befreien, muss er ein Waisenkind finden und es beschützen. Doch diese Aufgabe erweist sich als schwierig: Als Geist kann er die Welt der Lebenden nur begrenzt beeinflussen, und seine Versuche zu helfen scheitern immer wieder.


Auf seinen Reisen gelangt er schließlich ins heutige Bolivien, wo er auf zahlreiche Straßenkinder trifft. Er erkennt in ihnen das Leid des Jungen von damals und versucht zu helfen. Doch die Realität ist komplex, und nicht jede gute Absicht führt zum Erfolg. Oft kommt seine Hilfe zu spät oder bleibt wirkungslos.


Im Verlauf des Stücks wird deutlich, dass echte Wiedergutmachung mehr erfordert als einzelne Taten. Der Geist muss lernen, Verantwortung auf neue Weise zu übernehmen, um seinem Fluch entkommen zu können.
Das Theaterstück basiert auf dem Schelmenroman „Der Blindenführer von Tormes“, einem spanischen Klassiker aus dem 16. Jahrhundert mit unbekanntem Autor, und verbindet dessen Themen mit der heutigen sozialen Realität.

 

AUTOR: Gemeinschaftlich, frei nach dem Roman „Der Blindenführer von Tormes", Autor unbekannt.
REGIE: Stefan Gurtner
PREMIERE: Juli 1993, Auditorium Don Bosco, El Alto
AUFFÜHRUNGEN: Ungefähr 20 Mal in El Alto , La Paz, Cochabamba und Santa Cruz (Tournee 1993).
FESTIVALS: Festival de los Barrios “Julio de la Vega”, 1993