Am 20. April 2026 hat das Studenten- und Lehrlingsheim Luis Espinal seinen 30. Geburtstag gefeiert. Das Heim wurde 1996 vom Jesuitenpater Antonio Sagristá gegründet und 2009 von Tres Soles übernommen. Antonio gab dem Haus den Namen seines Jesuitenkollegen Luis Espinal, der 1980 wegen seines Einsatzes für die Menschenrechte ermordet wurde.
Das schönste Geburtstagsgeschenk ist wohl, daß die Papiere nun endlich auf unseren Namen übertragen, die Baupläne bewilligt wurden, und wir das alte, marode Gebäude abreißen und mit dem Neubau des „Männerflügels“ beginnen konnten. Leider dürfen wir das ursprünglich geplante Projekt nicht verwirklichen, weil sich laut der Gemeindebehörden auf dem Grundstück ein unterirdischer Wasserkanal befindet, den wir nicht überbauen dürfen. Deshalb mussten wir die Pläne an den alten Grundriss anpassen. Trotzdem können wir zwölf neue Zimmer sowie auch Gemeinschaftsräume erstellen.
Bevor wir anfangen konnten, mussten wir allerdings noch weitere Schwierigkeiten überwinden. Die politische und wirtschaftliche Lage im Land ist nach wie vor angespannt. Lebensmittel, Medikamente und Treibstoff sind knapp und teuer. Betroffen sind natürlich auch Diesel und Baumaterialien, die wir für die Konstruktion dringend benötigen.
Ebenso mussten die männlichen Jugendlichen vorübergehend anderweitig untergebracht werden. Anschließend wurde die Solaranlage auf das Dach des Mitteltrakts verlegt. Außerdem haben wir in die hintere Umfassungsmauer ein provisorisches Garagentor eingebaut, damit der Bauschutt des abgebrochenen Gebäudes abtransportiert und Materialen herangeschafft werden konnten.
Der großzügige, finanzielle Beitrag eines Spenders, der anonym bleiben möchte, wird voraussichtlich nicht ganz ausreichen, um den Rohbau fertigzustellen. Umso glücklicher sind wir, dass wir mit der Unterstützung unserer Freunde in der Schweiz und in Deutschland rechnen und wir den restlichen Bau, einschließlich des Innenausbaus, innerhalb einer vernünftigen Zeit fertigstellen können.