Oscar wurde am 20. Oktober 1996 im Departement Cochabamba in der Provinz Arque geboren und studiert Finanzingenieurwesen an der Universität Mayor de San Simón. Seine Eltern sind Gerardo Matias López (+) und Alejandra Lizarazu Mamani (die schon seit vielen Jahren krank ist). Er erinnert sich, dass es in seinem Leben nie jemanden gab, zu dem er hätte „Mutter“ oder „Vater“ sagen können.
Oscar besuchte die kleine Dorfschule mit Namen „21 de Septiembre“ bis zur 3. Klasse. Danach musste er auf eine andere Schule wechseln, wo er die 4., 5. und 6. Klasse besuchen konnte. Allein für den Schulweg benötigte er vier bis fünf Stunden. Um auf die weiterführende Schule gehen zu können, musste eine seiner Tanten bei der Internatsverwaltung vorsprechen, weil seine Eltern ihn nicht begleitet haben. Er war ein hervorragender Schüler und beendete das Abitur im Alter von 16 Jahren.
Nach dem Schulabschluss absolvierte er ein Jahr lang einen Vorbereitungskurs für die Katholische Universität Boliviens, da er Priester werden wollte. Im darauf folgenden Jahr leistete er den Militärdienst. Als er zurückkehrte, änderte er seine Meinung und brach das Priesterseminar ab. So beschloss er, einen weiteren Vorbereitungskurs zu besuchen und dann die Prüfung an der Universidad Mayor de San Simón abzulegen, wo er derzeit Finanzingenieurwesen studiert.
In Bezug auf die Finanzen musste er schon in jungen Jahren, ab dem Alter von 12 Jahren, arbeiten. Er nutzte dazu die Winter- und Sommerferien. Er arbeitete in einem Sägewerk, auf dem Bau, als Gärtner, bei der Schwimmbadwartung und ist derzeit mit einem Handkarren auf dem Markt tätig. Es war nicht leicht für ihn, von klein auf zu arbeiten, da er von seinen Arbeitgebern als Esel, Nichtsnutz, Indio beschimpt und psychologisch missbehandelt wurde. Heutzutage erinnert er sich immer an diese Misshandlungen, wenn er vor einem Arbeitgeber steht, und vergibt ihnen.
Er ist ein ruhiger, junger Mann und streng mit sich selbst, mit anderen Worten: sehr diszipliniert. Er mag es, wenn die Dinge richtig gemacht werden, vor allem wenn es um sein Studium geht, denn er weiß, dass er sich durch das Studium verbessern kann.
Ab 2020 profitiert er von dem Stipendium in Luis Espinal. Er ist sehr dankbar, Teil dieser Einrichtung zu sein, denn sie hilft ihm sehr, sein Studium fortzusetzen.
Die Geschichte von Oscars Leben wurde in kurzen Worten erzählt. Sie ging kaum ins Detail, obwohl es viel mehr zu erzählen gäbe. Wenn man ins Detail gehen würde, würde man glatt in Tränen ausbrechen.